1940
Wachstumserscheinungen bei Gramineae
Publication
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Recueil des travaux botaniques néerlandais , Volume 36 - Issue 2 p. 799- 809
Während die Entdeckung der Pflanzenhormonen das Studium der Wachstumserscheinungen bei Dikotylen stark angeregt hat, haben dieselben Erscheinungen bei den Monokotylen weit weniger Beachtung gefunden. Abgesehen von den Keimpflanzen der Gräser, ist die Zahl der Monokotylen, welche in dieser Hinsicht untersucht sind, relativ gering. Dieses ist um so merkwürdiger, als diese Pflanzengruppe bei den älteren Botanikern (z.B. Sachs, 1872, de Vries, 1880, Elfving, 1884) viel mehr Beachtung fand. Eine interessante Arbeit auf diesem Gebiete verdanken wir Schmitz (1933), dem es gelang die starke geotropische Aufwärtskrümmung horizontal gelegter Blattknoten von Gräsern auf eine Neubildung w von Wuchsstoff in der unteren Hälfte solcher Knoten zurückzuführen. In der Arbeit von Schmitz, auf die ich noch zurückkomme, ist besonders die Tatsache interessant, dass die ausgewachsenen Blattknoten in vertikaler Stellung keinen Wuchsstoff produzieren; die Wuchsstoffproduktion setzt erst ein, nachdem die Blattknoten in die Horizontallage gebracht worden sind. Dieser Fall weicht also prinzipiell ab von dem bekannten Schema, wo eine geotropische Krümmung herbeigeführt wird durch die Albenkung eines vorher schon bestehenden Wuchsstoffstrems. Für meine Untersuchungen habe ich Gräser gewählt, welche ihre geotropischen Krümmungen nicht durch einseitiges Wachstum von Blattknoten, sondern von bestimmten Stengelteilen herbeiführen. In Java, wo die hierunter beschriebenen Versuche gemacht wurden, gibt es Andropogon Sorghum Brot., Saccharum officinarum L. und verschiedene verwandte Gräser, welche sich durch ihre Grösze und Raschwüchsigkeit besonders für derartige Untersuchungen eignen. Im folgenden wird nur über die mit Andropogon Sorghum durchgeführten Versuche berichtet; Saccharum officinarum No 2878 POJ und, wie es scheint, auch einige andere nahe verwandte Gräser verhalten sich im wesentlichen ähnlich wie Andropogon Sorghum. Quantitative Unterschiede kommen aber sogar zwischen den Varietäten einer und derselben Art vor. Alle hierunter beschriebenen Versuche wurden mit einer hochwüchsigen Varietät von Andropogon Sorghum (2—3m) durchgefürt; Versuche mit kleineren Varietäten ergaben oft bedeutend weniger klare Resultate.
| Additional Metadata | |
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| Recueil des travaux botaniques néerlandais | |
| CC BY 3.0 NL ("Naamsvermelding") | |
| Organisation | Koninklijke Nederlandse Botanische Vereniging |
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C. van Dillewijn. (1940). Wachstumserscheinungen bei Gramineae. Recueil des travaux botaniques néerlandais, 36(2), 799–809. |
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