I. Bei dem Studium der betreffenden Literatur zeigt sich keiner der Hemiasci als ein Zwischenform von Zygomyceten und Ascomyceten. IL a) Die Perithecien-Entwickelung von Monascus purpureus Went und M. Barkeri Dang, fängt an mit der An- lage eines Polinodiums und eines Ascogoniums, welche mit einander in offene Verbindung treten. b) In dem Ascogonium der beiden Formen finden eine Anzahl von Kernverschmelzungen statt: bei M. purpureus in freien Zellen, welche sich im Ascogonium gebildet haben; bei M. Barkeri bevor sich freie Zellen gebildet haben oder während der Bildungsvorgänge. c) Der einzige Kern der freien Zellen, welche durch Copulation zweier Kerne entstanden ist, fragmentirt sich bei M. purpureus in eine grosse Menge äusserst kleiner Kerne, indem er sich bei M. Barkeri durch drei fortgesetzte Teilungen in acht Kerne teilt. d) In den freien Zellen bilden sich die Sporen, bei M. purpureus keine bestimmte Anzahl, meistens 6—8, bisweilen 1 oder 2, in einem beobachteten Fall + 16; bei M. Barkeri wahrscheinlich durchschnittlich 8. Bei ihrem Entstehen hat jede Spore einen Kern, welcher sich in der Spore teilt, so dass diese, bei völliger Ausbildung mehrere Kerne enthält. e) In der freien Zelle bleibt bei der Sporenbildung Epiplasma übrig. f) Die freien Zellen zerfallen nach der Sporenbildung. Die Sporen bilden in dem Ascogonium eine Periphereschicht, indem sich zwischen den Sporen eine Zwischensubstanz vorfindet, welche sich im Gegensatz mit den Sporen, mit Orange-G nicht färbt. III. Das Geschlecht Monascus gehört zu den Ascomyceten, zu einer neuen Ordnung der Endascineen, bei welchen die Asci innerhalb des Ascogoniums gebildet werden. IV. Die Ascomyceten sollen abgeleitet werden von Formen mit einem functionirenden Pollinodium und Ascogonium. Die Verschmelzung von zwei Ascogoniumkernen ist an die Stelle der Verschmelzung eines Ascogoniumkernes mit einem Pollinodiumkern getreten. Diese Verschmelzung findet bei Monascus in dem Ascogonium statt, bei Pyronema confluens und einigen Arten der Gattung Ascobolus in aus dem Ascogonium entstehenden Hyphen, während bei den meisten andren Ascomyceten die Differenzirung von Pollinodium und Ascogonium ganz oder teilweise verloren gegangen ist, und die Kernverschmelzungen stattflnden in den Extremen der ascogenen Hyphen.

Recueil des travaux botaniques néerlandais

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Koninklijke Nederlandse Botanische Vereniging

H.P. Kuyper. (1904). Die Perithecium-Entwickelung von Monascus purpureus Went und Monascus Barkeri Dangeard, und die systematische Stellung dieser Pilze. Recueil des travaux botaniques néerlandais, 1(2/4), 225–303.